Blog: Daniel’s Newsletter:

Update am 05.01.2019:

Der erste Blog im neuen Jahr beginnt direkt mit einer Quizfrage: Was haben Ich und: Konrad Adenauer, Markus Söder, DJ Bobo, Uli Hoeneß, Paluten, Marilyn Manson, Juan Carlos I von Spanien, Frank Walter Steinmeier, Friedrich Dürrenmatt und Eusebio gemeinsam? Die Antwort gibt es am Ende des Blogs…(nein, noch nicht nach unten srollen!) Ansonsten könnte der Blog unter dem Motto stehen: “ Nach der Weltmeisterschaft ist vor der Weltmeisterschaft“. Die Pfeilewerfer haben bereits am 01.01. ihren Titelträger für das Jahr 2019 gekürt. Michael van Gerwen heißt der Sieger, ist damit zum dritten Mal Sieger dieses Events und um satte 500.000 Pfund reicher.“MVG“ ist ein bißchen so wie früher im Tennis Ivan Lendl (die Älteren werden sich erinnern): ein genialer Vertreter seines Fachs, konstant wie ein Roboter mit traumhaften Statistiken, aber immer leicht unterkühlt und berechnend wirkend und deshalb bei vielen Kollegen und Fans zwar respektiert aber nicht wirklich beliebt. Ab dem 10.01. sucht dann die nächste Sportart ihren Weltbesten: Der Handball! Und heuer zusammen mit Dänemark sogar als Gastgeber! Dazu passend habe ich weiter unten noch einen schönen Artikel aus der „Zeit“ verlinkt (nein, immernoch nicht nach unten scrollen!!!) Ich erinere mich noch mit leuchtenden Augen an die letzte Heim – Handball – WM im Jahre 2007. Das Halbfinale gegen den Top Favoriten Frankreich konnte ich damals mit 18.499 anderen extatischen Fans live in der Köln Arena verfolgen. Es war gigantisch. Ein rassiger Fight von Beginn an.“Les Blues“ technisch eleganter, aber das DHB Team mit dem Publikum im Rücken bis in die Haarspitzen motiviert hält kämpferisch voll dagegen. Die Führungen wechseln ständig.  Keine Mannschaft kann sich im Spielverlauf mit mehr als 2 Toren absetzen. Nach regulärer Spielzeit: remis. Nach der ersten Verlängerung: unentschieden. Meine Frau hält die Spannung nicht mehr aus und flüchtet in die Katakomben. 20 Sekunden vor Ende der zweiten Verlängerung trifft Markus Baur nervenstark per Siebenmeter zur Führung. Letzter Angriff von Karabatic und Co. Der letzte Wurf: Henning Fritz hält das Ding, die Schlusssirene dröhnt und der Keeper sprintet wie  Usain Bolt zu seinen besten Zeiten mit dem Ball unter seinem Torwarttrikot quer durch die Halle, verfolgt von seinen jubelnden Mitspielern, die ihn schließlich einfangen und in einem riesigen Freudenknäul unter sich begraben… Auf den Rängen liege ich meinem mir 90 Minuten vorher noch wildfremden Nachbarn freudentrunken in den Armen, die Dezibelzahl explodiert, die Arena  mutiert zu einem riesigen feiernden Tollhaus. Einzigartig und unvergesslich! Im Finale setzt sich das DHB Team dann noch mit dem Sieg gegen Polen die Krone (und alle sich „Heiner Brand Bärtchen“) auf!!! Auch bei der letzten WM 2017 konnte ich ein Halbfinale live verfolgen. Norwegen – Kroatien. Diesmal in Paris mit Sohn Noah. Wieder mit super Stimmung im „Palais Omnisport „. Wieder mit  einem dramatischen Spiel , indem der Torwart von „Norge“ mit dem Schlusspfiff einen Siebenmeter pariert und seine Truppe in die Verlängerung rettet. Dort haben die Wikinger dann den längeren Atem und ziehen ins Finale ein. Weltmeister wird dann später allerdings auch der Gastgeber, Frankreich ! Hoffentlich auch ein gutes Omen für das diesjährige Turnier. Obwohl Deutschland sicher nicht als Top Favorit startet. Aber der Heimvorteil wird möglicherweise wieder ein paar Prozent mehr Leistung aus den Jungs herauskitzeln können. Der Test gestern gegen Tschechien (32:24) war schon mal erfolgreich.. . Also ab nächsten Donnerstag rein in die Arenen oder rann an die TV Geräte  und Daumen drücken. Das nächste Handball Großereignis in Deutschland ist erst wieder im Jahr 2024 (Europameisterschaft)! Fehlt noch die Auflösung meiner Quizfrage: Alle genannten Personen sind wie ich am 05.Januar geboren!!! Darüber hinaus auch der Sänger „Sasha“(der sogar exakt im selben Jahr, 1972!). Und natürlich gehen hiermit auch viele Geburtstagsgrüße an den Fittness Guru David Emmerich (demnächst in Zell an der  Mosel) und nach Kolumbien zu Jurist David Wilhelmi, die ebenfalls an diesem Tage das Licht der Welt erblickten. Mit den besten Wünschen für einen guten Start ins neue Jahr verbleibe ich:

Daniel Weinand

 

Ich liebe Handball

© Paula Winkler
Aus der Serie: Alles oder nichts ZEITmagazin Nr. 2/2019

Ich brauche eine neue Stammkneipe. Die, die ich jetzt habe, ist eigentlich gut, der Tresen klebt angenehm, und die anderen Gäste wollen sich nicht unterhalten, aber es gibt da etwas, worüber ich nicht hinwegsehen kann: Der Wirt weigert sich, die kommenden Spiele der Handball-WM zu zeigen. Das trifft mich vor allem deshalb, weil genau diese Kneipe gleichzeitig jedes noch so belanglose Aufwärmen jeder drittklassigen Fußballmannschaft auf Großleinwand zeigt. Er könne mit Handball nichts anfangen, sagte er, und ich verstehe da leider keinen Spaß, ganz im Gegenteil, ich nehme diesen Sport sehr persönlich, mir sind Menschen suspekt, die mit Handball nichts anfangen können. Handball ist der wichtigste Sport der Welt, das wissen alle, die mal Handball gespielt haben.

Am Anfang meiner Pubertät suchte ich ein cooles Hobby und ging nach dem Ausschlussverfahren vor. Die Pferdemädchen waren langweilig, die Fußballjungs waren Idioten, und Tennis war aus Reputationsgründen ausgeschlossen, nur Schnösel spielten Tennis. Übrig blieb auf dem Dorf noch Handball, und ich war mir sicher, dass Werfen und Fangen nicht so schwierig sein könnte, also betrat ich an irgendeinem Tag im Sommer das erste Mal die Turnhalle meines zukünftigen Sportvereins. Einer der Trainer bewarf mich zur Begrüßung mit einem Ball, ich fing nicht, durfte trotzdem bleiben, und ich blieb für viele Jahre, so richtig ging ich erst, als ich nach dem Abitur wegziehen musste, und es gibt Tage, da glaube ich, dass ich immer noch nicht so richtig gegangen bin.

Einige der wichtigsten Lektionen meines Lebens habe ich beim Handball gelernt. Wie man Bälle mit nur einer Hand fängt, zum Beispiel. Dass Kniestrümpfe und kurze Hose sehr wohl cool aussehen können und dass die Fußgelenkbänder ausleiern, wenn man sie zu oft überdehnt. Ich lernte, dass es gute und schlechte Turnhallen gibt, die schlechten sind die, in denen der Hausmeister Harzverbot ausgerufen hat, weil die Paste, die Handballer auf ihre Bälle schmieren, damit sie die dann auch mit einer Hand fangen können, die Böden versaut. In den guten Turnhallen klebt alles. Genau wie in guten Kneipen.

Handball ist für mich bis heute ein Frühwarnsystem, wer mal Handball gespielt hat, ist mir nahezu immer sympathisch. Das liegt vielleicht daran, dass wir alle die gleiche Jugend hatten, wir verbrachten unsere Abende schwitzend und blutend in den Turnhallen der Republik, verloren die erste Hautschicht unserer Knie an die Böden vorm Tor, füllten die Tage zwischen den Trainings mit Eisbeuteln und lagen sonntagabends mit dem, was nach dem letzten Auswärtsspiel vom eigenen Körper übrig geblieben war, erschöpft auf der Couch. Humpeln ist für Handballer ein Lebensgefühl.

Das Schönste aber ist, dass Handball charakterstark macht. Das sehen die Regeln so vor, denn es gibt auf dem Feld in keiner Sekunde auch nur einen unwichtigen Spieler. Aus jeder Position lassen sich Tore machen, damit sind alle auf dem Feld erst mal gleich gefährlich und gleich wichtig. Handball ist maximalbrutale Direktdemokratie, fordert dafür aber von den Schwachen Fleiß und von den Starken Bescheidenheit. Das erhöht den Druck und das Tempo und sorgt dafür, dass in einer Minute Handball mehr Kluges passiert als an einem ganzen Spieltag der Fußballbundesliga.

Das, was Handball einem beibringen kann, ist also heute so wichtig wie nie. Nicht unbedingt die Sache mit den Kniestrümpfen, aber die Einsicht, dass jeder in jeder Sekunde unerlässlich für das Funktionieren des großen Ganzen ist. No man is an island, keiner wirft Tore allein. Vielleicht begreift das auch noch der Wirt meiner ehemaligen Stammkneipe. Die nächste WM ist 2021. Bis dahin trinke ich halt zu Hause.

ht. Das sehen die Regeln so vor, denn es gibt auf dem Feld in keiner Sekunde auch nur einen unwichtigen Spieler. Aus jeder Position lassen sich Tore machen, damit sind alle auf dem Feld erst mal gleich gefährlich und gleich wichtig. Handball ist maximalbrutale Direktdemokratie, fordert dafür aber von den Schwachen Fleiß und von den Starken Bescheidenheit. Das erhöht den Druck und das Tempo und sorgt dafür, dass in einer Minute Handball mehr Kluges passiert als an einem ganzen Spieltag der Fußballbundesliga.

Das, was Handball einem beibringen kann, ist also heute so wichtig wie nie. Nicht unbedingt die Sache mit den Kniestrümpfen, aber die Einsicht, dass jeder in jeder Sekunde unerlässlich für das Funktionieren des großen Ganzen ist. No man is an island, keiner wirft Tore allein. Vielleicht begreift das auch noch der Wirt meiner ehemaligen Stammkneipe. Die nächste WM ist 2021. Bis dahin trinke ich halt zu Hause.

 
   
   
 
   
 
   

Trackback von deiner Website.

Kommentare (9)

  • Avatar

    Patrik Werle

    |

    Zur not habe ich noch einen TT Schläger.??

    Reply

    • Avatar

      Daniel_Weinand

      |

      Sauwer…Komm einfach mit!!!

      Reply

  • Avatar

    Antonia

    |

    Danke lieber Schwiegersohn

    Reply

  • Avatar

    Patrik Werle

    |

    SO und die Umschlagbaren Momente in der Bäckerei!?.

    Reply

    • Avatar

      Daniel_Weinand

      |

      Für die bist alleine Du zuständig! ?

      Reply

  • Avatar

    Andreas Schuh

    |

    Sehr schön jedes mal deinen Blog zu lesen, macht Spaß. Weiter so!!!

    Reply

  • Avatar

    Patrik Werle

    |

    Nur der Jupp und die beiden Herrmans können die Nachfoge antreten.

    Reply

  • Avatar

    Lothar Müller

    |

    Hallo aus Kastel.
    Ein schöner Blog, welcher sich total kurzweilig lesen lässt.
    …und daher ein großes Lob verdient.

    Grüße Lothar

    Reply

    • Avatar

      Daniel_Weinand

      |

      Vielen Dank!! Und viel Spaß auf dem „Hahn“ 😉

      Reply

Kommentieren